
Vor zwei Jahren führte die Redaktion des KLASSENSTANDPUNKT ein viel beachtetes Interview mit dem Roten Bund. In diesem Interview findet sich unter anderem auch eine wichtige Passage, in der die Redaktion die Rede des Vorsitzenden Gonzalo einordnet. Diese Passage wollen wir an dieser Stelle wiedergeben, bevor wir die meisterliche Rede des Vorsitzenden Gonzalo in Schrift und Wort präsentieren.
Es ist heute 32 Jahre her, dass der Vorsitzende Gonzalo seine so berühmte Rede gehalten hat. Diese Rede ist eine Sache, die wir über die Jahre gefeiert haben, und die auch innerhalb des RB jedes Jahr gefeiert wird – soweit wir wissen. Die Bedeutung dieser Rede ist in der Definition, die das Zentralkomitee (ZK) der Kommunistischen Partei Perus mit Anlass des 5. Jahrestages der Rede gemacht hat, zusammengefasst. Die Definition ist:
„Die Rede des Vorsitzenden Gonzalo strahlt siegreich und kraftvoll vor der Welt, als eine Waffe im Kampf.“ (KPP, Lima-Basis, „Die Rede des Vorsitzenden Gonzalo strahlt siegreich und kraftvoll vor der Welt“, September 1992)
Das ist die richtige Definition der Rede, also wie man die Rede nennen sollte. Es gab über die Jahre hinweg hauptsächlich zwei andere Bezeichnungen, die der Rede gegeben wurden. Die eine kam aus den Reihen der RCP-USA (Revolutionäre Kommunistische Partei der USA; die Avakian-Partei) und dem CoRIM (Komitee der Revolutionären Internationalistischen Bewegung): „Die Rede aus dem Käfig“, was bedeutete, genau das in den Vordergrund zu stellen, was die Reaktion mit der Show erreichen wollte, nämlich dass der Vorsitzende Gonzalo in Kriegsgefangenschaft geriet. Dass der Vorsitzende Gonzalo diese „Show“ mit einer hervorragenden, bewundernswerten, kommunistischen Haltung zerschlagen hat, wird entsprechend zu einer Nebensache, wenn man auf die Gefangennahme zentriert.
Die zweite falsche Bezeichnung, und der damit dritte, weiter verbreitete Name kommt von der Zweiten Rechtsopportunistischen Linie, auf die wir später mehrmals zurückkommen werden: „Die meisterliche Rede des Vorsitzenden Gonzalo im historischen Umstand seiner Verhaftung“. Auch diese legt den Schwerpunkt auf die Gefangennahme als solche. Sie zentriert auf den Schlag, den das ZK, die Partei, die peruanische Revolution und auch die Weltrevolution mit der Kriegsgefangenschaft des Vorsitzenden Gonzalo getroffen hat.
Wenn wir die Rede betrachten, ist sie im Wesentlichen eine Zusammenfassung, eine Präzisierung der Beschlüsse des 3. Plenums des Zentralkomitees, welches genau in der Periode stattgefunden hat, in der der Vorsitzende Gonzalo gefangen genommen wurde. Das ist es auch, was der Vorsitzende Gonzalo in der Rede unterstreicht: Dass es die Aufgabe jedes Mitglieds der KPP, aller Kombattanten der Volksguerillaarmee bzw. der Volksbefreiungsarmee, aller organisierten Massen und des Volks im Allgemeinen, sowie natürlich aller Revolutionäre auf der Welt, die die peruanische Revolution unterstützt haben, ist, dafür zu kämpfen die Beschlüsse des 3. Plenums durchzusetzen. Das beinhaltet den 4. Strategischen Aufbauplan sowie den 6. Großen Militärplan „Baut die Eroberung der Macht im ganzen Land auf“. Wenn man das ein bisschen vereinfacht ausgedrückt sagen sollte, sind all die Probleme, die im Volkskrieg entstanden sind, Konsequenzen daraus, dass diese Beschlüsse nicht umgesetzt wurden.
Darüber hinaus können wir natürlich die immense Weitsicht des Vorsitzenden Gonzalo sehen: In der Frage des Verständnisses der proletarischen Weltrevolution, und wie der Vorsitzende Gonzalo es so treffend gesagt hat „der Maoismus verkörpert sich in den Völkern der Welt“ (ZK der KPP, „Es lebe der Maoismus!“, 1993), und wie der Maoismus neue Kommunistische Parteien schafft. Ein Prozess, der sich mit unterschiedlichen Fort- und Rückschritten entwickelt hat und insgesamt durch die Kriegsgefangenschaft des Vorsitzenden Gonzalo und den Konsequenzen, die das hatte, verzögert wurde. Aber dieser Prozess der Verkörperung des Maoismus ist heutzutage mit dem Internationalen Kommunistischen Bund (IKBu), als eine Krönung in einer Etappe im Kampf um den Maoismus, sehr deutlich spürbar in der Welt.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Die Rede des Vorsitzenden Gonzalo strahlt siegreich und kraftvoll vor der Welt als eine Waffe des Kampfes!
Parteigenossen der Kommunistischen Partei Perus!
Kombattanten der Volksguerilla Armee!
Peruanisches Volk!
Wir durchleben historische Ereignisse. Jeder von uns weiß, dass das der Fall ist. Machen wir uns nichts vor. In diesen Momenten müssen wir all unsere Kräfte verstärken, um uns den Schwierigkeiten zu stellen, unsere Aufgaben weiter zu erledigen und die Ziele zu erobern! Die Erfolge! Der Sieg! Das ist was getan werden muss.
Wir sind hier als Kinder des Volkes und wir kämpfen in diesen Schützengräben, sie sind auch Schützengräben des Kampfes und wir tun es, weil wir Kommunisten sind! Weil wir hier die Interessen des Volkes, die Prinzipien der Partei, den Volkskrieg, verteidigen! Das ist es was wir tun, wir tun es und wir werden es weiterhin tun!
Wir sind hier unter diesen Umständen. Manche denken es sei eine große Niederlage. Sie träumen. Wir sagen ihnen, dass sie weiter träumen sollen. Es ist nur eine Krümmung, nicht mehr, eine Krümmung des Weges. Nicht mehr! Dieser Weg ist lang und wir werden das Ziel erreichen. Wir werden triumphieren! Ihr werdet sehen! Ihr werdet sehen!
Wir müssen die Aufgaben fortsetzen, welche auf dem dritten Plenum des ZK festgelegt wurden. Ein glorreiches Plenum! Ihr müsst wissen, diese Beschlüße werden bereits umgesetzt und das wird fortgesetzt werden. Wir werden weiter den vierten Plan der strategischen Entwicklung des Volkskriegs zur Eroberung der Macht anwenden. Wir werden die Entwicklung des sechsten Militärplans zum Aufbau der Eroberung der Macht fortsetzen. Das ist eine Aufgabe! Wir sollten sie erledigen, weil wir sind wer wir sind; wegen unserer Verpflichtungen gegenüber dem Proletariat und dem Volk!
Wir sagen deutlich, dass der demokratische Weg heute begonnen hat sich als ein Weg der Befreiung, als ein Weg der Volksbefreiung zu entwickeln! Das sind die Umstände unter denen wir uns entfalten. Wir müssen mit einem großen historischen Bewußtsein denken. Wir müssen aufhören unsere Augen zu verschließen. Betrachten wir die Realität, betrachten wir die Geschichte Perus. Blicken wir auf die vergangenen drei Jahrhunderte Perus. Wir sollten darüber nachdenken. Seht das 18. Jahruhundert, seht das 19. Jahrhundert, seht das 20. Jahrhundert und versteht sie! Diejenigen, die nicht verstehen, werden blind sein und Blinde dienen nicht dem Land, sie dienen nicht Peru!
Wir glauben, das 18. Jahrhundert war eine klare Lektion. Denk darüber nach. Da war ein Herrscher. Es war Spanien und wohin brachte uns die blutsaugende Unterdrückung? Zu einer sehr ernsthaften Krise! Als eine Konsequenz daraus wurde Peru ein geteiltes Land. Daher kommt der Ursprung des heutigen Boliviens. Das denken wir uns nicht aus. Das sind Fakten.
Gut. Das letzte Jahrhundert, britische Vorherrschaft. Wohin brachte uns die Rivalität mit Frankreich? Zu einer weiteren tiefen Krise in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts. Das Ergebnis? Krieg mit Chile. Wir dürfen das nicht vergessen! Was war das Ergebnis? Wir verloren Territorien! Unsere Nation erlitt ein Schisma, gleichgültig des Blutvergießens der Helden und des Volkes. Davon müssen wir lernen!
Das 20. Jahrhundert. Wie machen wir uns? Im 20. Jahrhundert werden wir vom Imperialismus unterdrückt, hauptsächlich durch den nordamerikanischen. So ist das und jeder weiß es. Und wohin hat uns das gebracht? Erinnernd an die Zeit seit den 1920er Jahren bis ins Hier und Jetzt, zur schwersten Krise des peruanischen Volkes. Welche Schlüsse können wir, aus den vergangenen Jahrhunderten lernenend, ziehen? Wieder einmal ist die Nation bedroht, wieder ist die Republik bedroht und erneut sind unsere Territorien bedroht. Es kann leicht verloren gehen durch Interessen. Das ist die Situation. Dahin haben sie uns gebracht. Aber wir haben einen Fakt, eine peruanische Revolution, einen Volkskrieg und dieser entwickelt sich vorwärts und er wird es weiterhin tun. Wohin sind wir damit gekommen? Zu einem Strategischen Gleichgewicht. Und das müssen wir gut verstehen. Es ist ein Strategisches Gleichgewicht! Es hat sich in einer grundlegenden Situation gefestigt. Wofür haben 12 Jahre gedient? Vor der Welt und hauptsächlich vor dem peruanischen Volk klar zu beweisen, dass der peruanische Staat, der alte peruanische Staat, ein Papiertiger und bis aufs Mark verfault ist. Das wurde bewiesen!
So liegen die Dinge. Denken wir an die Gefahr, dass die Nation, dass das Land geteilt werden kann, dass die Nation bedroht ist. Sie wollen es zerstückeln, sie wollen es spalten. Wer will das tun? Wie immer: Der Imperialismus, diejenigen die ausbeuten, diejenigen, die herrschen. Und was sollen wir tun? Was sind jetzt unsere Aufgaben? Wir müssen die Volksbefreiungsbewegung voranbringen und wir sie durch den Volkskrieg entwickeln, weil das Volk, immer das Volk, diejenigen waren, die das Land verteidigt haben, die die Nation verteidigt haben.
Es ist an der Zeit eine Volksbefreiungsfront zu formieren, es ist Zeit aus der Volksguerillaarmee eine Volksbefreiungsarmee zu formieren und zu entwickeln. Das ist, was wir tun müssen und wir werden es tun! Das ist was wir tun und was wir tun werden! Ihr Herren werdet Zeugen sein.
Schließlich hört auf diese Worte. Wir sehen in der Welt, dass der Maoismus unaufhaltbar zur Führung der neuen Welle der proletarische Weltrevolution marschiert. Hört gut zu und versteht! Ihr, die ihr Ohren habt, nutzt sie. Ihr, die ihr Verständnis habt – und das haben wir alle – nutzt es! Genug von diesem Schwachsinn. Genug von diesen Unklarheiten! Lasst uns das verstehen! Was entfaltet sich in der Welt? Was brauchen wir? Wir brauchen die Verkörperung des Maoismus und er wird verkörpert, und er sollte diese kommende neue große Welle der proletarischen Weltrevolution steuern und führen durch die Schaffung Kommunistischer Parteien.
Alles was sie uns erzählen sind diese leeren und dümmlichen Geschichten der berühmten „Neuen Ära des Friedens“. Wo ist sie? Was ist mit Jugoslawien? Was mit anderen Stellen? Alles wird „politisiert“. Das ist eine Lüge. Heute besteht eine Realität: Die selben Wettbewerber des ersten und zweiten Weltkriegs bereiten einen neuen dritten Weltkrieg vor. Wir sollten das wissen und als Kinder einer unterdrückten Nation sind wir Teil der Beute. Wir können das nicht erlauben! Genug imperialistische Ausbeutung! Wir müssen sie fertig machen! Wir sind aus der dritten Welt und die dritte Welt ist die Basis der proletarischen Weltrevolution, mit einer Vorraussetzung, dass die Kommunistischen Parteien, beflügeln und führen! Das ist was wir tun müssen!
Wir denken folgendes: Nächstes Jahr ist der einhundertste Jahrestag der Geburt des Vorsitzenden Mao. Wir müssen diese 100 Jahre feiern! Wir organisieren das mit den Kommunistischen Parteien. Wir wollen das auf eine neue Art machen, eine Feier, ein bewusstes Verständnis des Gewichts des Vorsitzenden Mao für die Weltrevolution sein wird. Wir sollten die Feierlichkeiten dieses Jahr beginnen und sie nächstes Jahr beenden. Es wird ein großartiger Prozess der Feierlichkeiten. Ich will die Gelegenheit nutzen das internationale Proletariat, die unterdrückten Nationen und die Revolutionäre Internationalistische Bewegung zu grüßen.
ES LEBE DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI PERUS!
DER VOLKSKRIEG WIRD UNBEDINGT SIEGEN!
WIR GRÜSSEN VON HIERAUS DIE KÜNFTIGE GEBURT DER VOLKSREPUBLIK PERU!
Wir sagen: RUHM DEM MARXISMUS-LENINISMUS-MAOISMUS!
Und schließlich sagen wir:
RUHM UND EHRE DEM PERUANISCHEN VOLK!
Sept. 1992
KPP Lima-Basis






