Friday, April 30, 2010

Morgen feiern wir unser Tag!


Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Die Rebellion ist gerechtfertigt!

Der erste Mai ist unser Tag, der Tag, an dem in der ganzen Welt diese enorme menschliche Legion marschiert, die das internationale Proletariat ist. Unsere Klasse vertritt das neue in dieser Welt, weil wir den Fortschritt, die Erneuerung und das lebende Versprechen von einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung sind. Die Herren des Kapitals und des Bodens schreien andauernd von ihrem angeblichen Triumph und der Herstellung ihrer ewigen Herrschaft. Damit übertreffen sie sogar den Stolz der deutschen Faschisten, die im Vergleich zu ihnen bescheiden waren, weil sie ihr Reich als tausendjährig definiert haben. Aber dieses „Ende der Geschichte“ ist nur ein Märchen, eine Fantasie, die auf nichts anderem beruht, als auf den fiebernden Träumen eines sterbenden Monsters. Sowie das tausendjährige Reich der Faschisten, das nicht mehr als ein paar Jahre Bestand hatte, durch das vom Kommunismus geführte internationale Proletariat und die Völker der Welt vernichtet wurde, ist dieser „Triumph“ der Imperialisten flüchtig und wir können heutzutage sehen wie es zerfällt, während wir auf dem Vormarsch sind. Was zusammengefallen ist, ist nicht der Sozialismus oder Kommunismus, sondern der revisionistische Verrat. Die Scharlatanerie derjenigen, die – im Namen unserer Klasse – ihre Ideologie und ihre Partei, in den Dienst des Alten in der Welt und für ihre eigenen Interessen gestellt haben. Dass diese soziale Plage – der Revisionismus – in Bankrott gegangen ist, ist eine gute Sache, weil es mehr Klarheit ermöglicht. Wenn wir heute marschieren, halten wir unsere roten Fahnen mit Hammer und Sichel am höchstens, und sind wir voller Optimismus und Überzeugung von der Gerechtigkeit unserer Sache und unserem unvermeidlichen Triumph. Das Alte kann nie gegen das Neue bestehen. Daher gehört der Imperialismus – zusammen mit seinen revisionistischen und reaktionären Lakaien – auf den Müllhaufen der Geschichte. Uns aber gehört die Zukunft!

Wir alle können an unserem eigenen Körper die weltweite Krise des imperialistischen Systems fühlen, die nicht durch unverantwortliches Handeln von einigen erzeugt wurde. Noch viel weniger ist es die Schuld der Arbeiterklasse oder der Völker, sondern diese Krise ist eine Überproduktionskrise, die mit dem imperialistischen System untrennbar verbunden sind. Trotzdem lassen uns die Imperialisten die Krise auf unseren Rücken tragen und vor allem lassen sie sie die unterdrückten Völker tragen. Jede Illusion darüber, dass der Imperialismus Entwicklung und Wohlstand für die Massen bringt, ist erneut von der konkreten Realität, von mehr Hunger und Armut in der ganzen Welt, zerschlagen. Selbst in den Vereinigten Staaten – die als Weltpolizei auftritt und einzige hegemoniale Supermacht ist, gibt es Millionen Menschen, die nicht zu essen haben. Sogar in Europa, in den baltischen Ländern und Griechenland sind die Staaten praktisch bankrott. Sie müssen ihre Wirtschaft dem Diktat der Großmächte unterwerfen und sie zerschmettern auf radikalste Art und Weise das angebliche „soziale Sicherungssystem“. In Spanien gibt es nur noch nach offiziellen Angaben vier Millionen Arbeitslose, und es gibt kein Land Europas, in dem sich die Lebensbedingungen der breiten Massen nicht dramatisch verschlechtern haben. Wenn es uns in den unterdrückten Nationen früher schlecht gegangen ist, geht es uns jetzt nur noch schlimmer und in den unterdrückenden Ländern erhöht die Krise des imperialistischen Systems täglich die Massen des Proletariats, dessen prekäre Situation zunehmend schrecklicher wird. Die Antwort des Imperialismus auf seine Krise sind mehr Angriffskriege, härtere Repression, mehr Reaktion. Sie werfen sich wie wilde Tiere auf die unterdrückten Völker und Nationen und führen Völkermord nach Völkermord durch - Irak, Afghanistan, Somalia, Pakistan, Jemen, etc. Überall streben sie nach dem Ertrinken des Volkswiderstands im Blut, das sie vergießen. In seinem Kampf um die Weltherrschaft verwenden sie die lokalen Reaktionäre als Marionetten, dabei richten sie Völkermorde wie im Kongo an und organisieren Putsche wie in Honduras und anderswo. Zum Leid der Imperialisten und ihrer Lakaien aller Couleur akzentuiert, fördert und stärkt das alles, die Krise und die imperialistische Aggression, die historische Tendenz, dass die Länder die Unabhängigkeit wollen, dass die Nationen die Befreiung wollen, und, dass die Völker die Revolution wollen. In anderen Worten, die Revolution erwächst immer mehr als die Haupttendenz in der Welt.

Unser Hauptproblem als internationale Klasse ist der Mangel an organisierten Avantgarden, ohne sie können wir dem Imperialismus nichts entgegensetzen, ihn nicht besiegen und begraben. Noch fehlen uns Kommunistische Parteien in den meistens Ländern.
Unsere Pflicht ist der Kampf für die Wiederherstellung solcher Parteien, sowie die Stärkung und Entwicklung der bestehenden. Daher ist es die zentrale Sache unsere Ideologie als die lebendige Kraft, die sie ist, und wie sie sich in der Theorie und Praxis von mehr als 160 Jahre vom Kampf der Kommunisten entwickelt hat, anzunehmen und sie nicht als eine tote Formel oder als eine Karikatur von Pseudo-Intellektuellen zu erfassen, die davon träumen große Theoretiker zu sein. Das bedeutet, den Marxismus in seinem jetzigen Entwicklungsstadium aufzugreifen. Dieses ist der Marxismus-Leninismus-Maoismus. Mit dem Verständnis des Maoismus als hauptsächliche Etappe, weil er die neue, dritte und höhere Stufe der Ideologie des internationalen Proletariats ist. Der Maoismus ist die Ideologie, die ihre Gültigkeit in der aufkeimenden Volkskrieg in Peru, Indien und den Philippinen täglich bestätigt, sowie in den bewaffneten Kampf in der Türkei, Bangladesch und anderswo. Trotz allem, was die Revisionisten sagen mögen, sind diese Volkskriege unbestreitbare, materielle und konkrete Beweise, dass die proletarische weltweite Revolution fortschreitet, dass der Marxismus stark ist und, dass wir strahlende Perspektive haben. Der Volkskrieg in Peru hat den Weg eröffnet. Mit der Kommunistischen Partei Perus (KPP), der Führerschaft des Vorsitzenden Gonzalo, seinem Gedanken und der Hartnäckigkeit des Volkskriegs haben wir eine korrekte Anwendung des Maoismus, die uns erlaubt, den Kurs zum Kommunismus beizubehalten.

Der Volkskrieg in Indien macht große Fortschritte und zeigt zunehmend seine Auswirkungen in der Welt. Er zeigt: Je mehr man den Maoismus verinnerlicht umso weiter schreitet man voran. Der Maoismus ist somit das Banner derjenigen, die kämpfen, ist das rote Banner mit Hammer und Sichel für die Führerschaft der demokratischen, sozialistischen und kulturellen Revolutionen mit Volkskrieg bis zum Kommunismus. Deshalb lehnen wir Maoisten die „Friedensabkommen“ und die angeblichen „nationalen Versöhnungen“ ab, die der Imperialismus in allen Orten aufzuzwingen sucht, wo das Volk sich in bewaffneter Rebellion erhoben hat. Deshalb lehnen wir Maoisten dem parlamentarischen Kretinismus ab, der seit langer Zeit nur dazu dient, den revolutionären Kampf abzulenken. Deshalb lehnen wir Maoisten die „linken Führer“, wie den Clown Chávez ab, die weder eine Revolution machen noch in Zukunft eine machen werden, die sich theatralisch gegen einige Imperialisten stellen, aber mit anderen Imperialisten ins Bett gehen. Wir, die Maoisten, sind für die proletarische weltweite Revolution, wir sind nicht halbherzig, wir sind die Anhänger des weltweiten Volkskriegs.

Auf diese Weise, begrüßt die Volksbewegung Peru – erzeugte Organisation der KPP für die Auslandsarbeit der Partei - mit revolutionärem Enthusiasmus unsere Klasse, das internationale Proletariat, wohl wissend, dass es den Imperialismus begraben und der Kommunismus triumphieren wird.

Wendet den Maoismus an!
Vernichtet den Revisionismus!
Volkskrieg bis zum Kommunismus!

Volksbewegung Peru
Mai 2010

Friday, April 23, 2010

Lenin 140 und CPI (ML) 41

Gestern, 22. April, war der 140. Jahrestag des Geburtstag von Grossen Lenin, und auch vor 41 Jahre wurde die Kommunistische Partei Indies (Marxist-Leninist) gegründet, die die Vorläufer der heutigen Kommunistischen Partei Indiest (Maoist) ist. Hier finden Sie ihre Dokumenten und Information über ihre Geschichte und Analysen.

Und hier, anlässlich die Jahrestag des Geburtstags von Lenin, zitieren wir Abzüge eines Texts des Genossen Stalin von 1920:

„There are two groups of Marxists. Both work under the flag of Marxism and consider themselves "genuinely" Marxist. Nevertheless, they are by no means identical. More, a veritable gulf divides them, for their methods of work are diametrically opposed to each other.

The first group usually confines itself to an outward acceptance, to a ceremonial avowal of Marxism. Being unable or unwilling to grasp the essence of Marxism, being unable or unwilling to put it into practice, it converts the living, revolutionary principles of Marxism into lifeless, meaningless formulas. It does not base its activities on experience, on what practical work teaches, but on quotations from Marx. It does not derive its instructions and directions from an analysis of living reality, but from analogies and historical parallels. Discrepancy between word and deed is the chief malady of this group. Hence the disillusionment and perpetual grudge against fate, which time and again lets it down and makes a "dupe" of it. The name for this group is Menshevism (in Russia), opportunism (in Europe). Comrade Tyszka (Jogiches) described this group very aptly at the London Congress 1 when he said that it does not stand by, but lies down on the point of view of Marxism.

The second group, on the contrary, attaches prime importance not to the outward acceptance of Marxism, but to its realization, its application in practice. What this group chiefly concentrates its attention on is determining the ways and means of realizing Marxism that best answer the situation, and changing these ways and means as the situation changes. It does not derive its directions and instructions from historical analogies and parallels, but from a study of surrounding conditions. It does not base its activities on quotations and maxims, but on practical experience, testing every step by experience, learning from its mistakes and teaching others how to build a new life. That, in fact, explains why there is no discrepancy between word and deed in the activities of this group, and why the teachings of Marx completely retain their living, revolutionary force. To this group may be fully applied Marx's saying that Marxists cannot rest content with interpreting the world, but must go further and change it. 2 The name for this group is Bolshevism, communism.

The organizer and leader of this group is V. I. Lenin.“

Entwicklung der Neuen Macht und Mariátegui

Über die Entwicklung der Neuen Macht in Peru und die Rolle von José Carlos Mariátegui - Gründer der Kommunistischen Partei Perus - im Zweiten Abschnitt des Interviews „ÜBER DIE PARTEI“.

EL DIARIO: Vorsitzender, entwickelt sich die neue Macht stärker auf dem Lande oder in der Stadt?

VORSITZENDER GONZALO: Die neue Macht bauen wir nur auf dem Land auf. In der Stadt wird sie erst kurz vor dem Sieg der Revolution entstehen. Das hat mit der Entwicklung des Volkskrieges zu tun. Ich denke, wenn wir zum Thema Volkskrieg kommen, werde ich das noch näher erläutern.

EL DIARIO: Vorsitzender, welche Bedeutung hat José Carlos Mariátegui für die kommunistische Partei Perus?

VORSITZENDER GONZALO: Mariátegui ist der Gründer der PCP. Er baute die Partei auf eindeutig marxistisch-leninistischen Grundlagen auf, und folglich gab er ihr eine klare ideologische Position. Dabei ging er vom Marxismus-Leninismus aus, dem Marxismus seiner Zeit, seiner Epoche. Ferner stattete er die Partei mit einer politischen Generallinie aus. Mit der Gründung der Kommunistischen Partei Perus hinterließ uns Mariátegui, der bedeutendste Marxist, den Amerika bis jetzt hervorgebracht hat, sein größtes Werk. Wir verstehen sehr gut, was sein Verlust für die Partei bedeutete; wir sollten uns darüber im klaren sein, dass er sein Leben gab, um sein wichtiges Werk zu vollenden. Die Gründung der Partei kostete ihn das Leben, das ist es, was wir damit sagen wollen. Er hatte keine Zeit mehr, um die Partei zu konsolidieren und weiter zu entwickeln, - man bedenke, dass er weniger als zwei Jahre nach der Gründung der Partei starb - und eine Partei benötigt Zeit, um sich zu konsolidieren, sich zu entwickeln und ihre historische Aufgabe zu erfüllen.

Ich möchte hier etwas klarstellen. Schon im Jahr 1966 wiesen wir darauf hin, dass man niemals den Weg Mariáteguis hätte verlassen dürfen, und dass es darum ginge, seinen Weg wieder aufzunehmen und weiter zu entwickeln, ich betone, weiter zu entwickeln. Warum? Weil der Marxismus auf Weltniveau bereits in eine neue Etappe eingetreten war, die des heutigen Maoismus, und sich in unserem eigenen Lande neben dem unermüdlichen Kampf des peruanischen Proletariats und des Volkes, das niemals aufgehört hat, zu kämpfen, insbesondere der bürokratische Kapitalismus weiter entwickelt hatte. Darum hielten wir es für notwendig, Mariátegui, nicht nur wieder aufzugreifen, sondern weiter zu entwickeln. Wir haben dazu beigetragen, Mariátegui und die Gültigkeit der von ihm aufgestellten allgemeinen Gesetze wieder zu entdecken, denn die allgemeinen Gesetze sind dieselben, nur dass sie entsprechend der neuen nationalen und internationalen Bedingungen spezifiziert sind, wie ich bereits sagte, und dem haben wir gedient.

Dazu ließe sich noch viel sagen, doch wichtiger ist, denke ich, einige Dinge hervorzuheben. Im Jahre 1975 gaben wir die Schrift "Den Weg Mariáteguis wieder aufnehmen und die Partei wieder aufbauen" heraus. In diesem kurzen Dokument zeigten wir auf, was viele, die sich heute Mariateguisten nennen, leugnen, nämlich dass Mariátegui, ein bekennender Marxist-Leninist war, "überführt und geständig", wie er selbst es treffend ausdrückte. Wir haben die fünf Hauptmerkmale seiner politischen Generallinie herausgestellt und aufgezeigt, dass sich bei Mariátegui ähnliche Thesen finden wie beim Vorsitzenden Mao. Denken wir nur an Fragen der Einheitsfront oder die wichtige Frage der Gewalt. Mariátegui, sagt, "die Macht wird durch Gewalt erobert und durch die Diktatur verteidigt", ... "die Revolution ist die blutige Geburt der Gegenwart", und betonte im Laufe seines großartigen Lebens beharrlich die Bedeutung der revolutionären Gewalt und der Diktatur. Er stellte auch fest: auch wenn man eine noch so große Mehrheit im Parlament hat, kann man letztendlich nur ein bürgerliches Kabinett stürzen, aber niemals die gesamte bürgerliche Klasse. Das ist deutlich. Zu betonen ist auch, dass Mariátegui Anti-Revisionist war, denn das ist der Schlüssel zum Verständnis seines Gedankenguts.

Kurz und gut, wir kämpften dafür, den Weg Mariáteguis wieder aufzunehmen und weiter zu entwickeln. Aber erlauben Sie, dem noch etwas hinzufügen. Es wäre interessant, einige von denen zu fragen, die sich heute Mariateguisten nennen, was sie damals über Mariátegui dachten. Sie haben ihn rundweg abgelehnt. Ich beziehe mich auf Mitglieder der heutigen PUM (Partido Unificado Mariáteguista), auf die, die aus der sogenannten "neuen Linken" hervorgegangen sind, Leute, die verbreiteten, dass Mariátegui überholt sei und der Vergangenheit angehöre. So simpel war alles in allem ihre Argumentation. Aber, was noch wichtiger ist: Sind sie und andere wirklich Mariateguisten? Nehmen wir z. B. Barrantes Lingán. Was besitzt er von einem Mariateguisten, wenn alles, was er repräsentiert, das genaue Gegenteil der klaren marxistisch-leninistischen Thesen ist, die Mariátegui seinerzeit entschlossen und unerschütterlich verteidigte? Mariátegui war niemals ein Anhänger von Wahlen. Er sprach sich dafür aus, die Wahlen für die Agitation und Propaganda zu benutzen. Es waren Revisionisten wie Acosta, die 1945 behaupteten, dass diese These veraltet sei und es darum ginge, Parlamentssitze zu gewinnen. Und genau das machen die falschen Mariateguisten heute, diese schamlosen Parteigänger des parlamentarischen Kretinismus.

Alles in allem vertreten wir folgendes: Mariátegui ist der Gründer unserer Partei. Seine Rolle ist in der Geschichte festgeschrieben, und niemand wird sie je bestreiten können, denn sein Werk ist unvergänglich. Doch es war notwendig, es fortzusetzen, weiter zu entwickeln, auf seinem Weg voranzuschreiten. Die Fortsetzung der Arbeit eines Parteigründers wie Mariátegui, in dessen Werk - ich wiederhole - sich ähnliche Thesen finden wie beim Vorsitzenden Mao, bedeutet logischerweise, dass man Marxist-Leninist-Maoist ist, wie wir es sind, die Mitglieder der Kommunistischen Partei Perus. Für uns ist die Person unseres Gründers ein großartiges Vorbild, und wir sind stolz darauf, dass unsere Partei von ihm gegründet worden ist.

EL DIARIO: Vorsitzender, welchen Einfluss hatte José Carlos Mariátegui, auf die Entwicklung des Klassenbewusstseins der peruanischen Arbeiter?

VORSITZENDER GONZALO: Mariátegui erfüllte seine große Aufgabe inmitten eines intensiven Kampfes, und entschuldigen Sie, wenn ich die Frage benutze, um etwas auszuholen. Er war schon Marxist, bevor er nach Europa ging, das ist der erste Punkt, den wir herausstreichen wollen, denn es wird gewöhnlich behauptet, er sei erst dort zum Marxisten geworden. Dass er sich dort weiter entwickelte, ist eine andere Sache, es ist offensichtlich, dass die Erfahrungen in Europa für ihn ausgesprochen wertvoll waren. Mariátegui trug einen sehr wichtigen ideologischen Kampf aus, ein Kampf für das, was er Sozialismus nannte. Wie er selbst erklärte, benutzte er diesen Begriff, weil er hier noch nicht abgegriffen und prostituiert war wie in Europa, doch was er verbreitete und unterstützte, war der Marxismus-Leninismus.

Er führte einen politischen Kampf von großer Tragweite um die Gründung der Partei, und das hat mit einem Aspekt zu tun, der heute ständig bemüht und dabei arglistig und plump verfälscht wird, die Debatte zwischen Mariátegui, und Haya de la Torre. Eigentlich ist die Angelegenheit vollkommen klar: Mariátegui, trat für die Gründung einer kommunistischen Partei, einer Partei des Proletariats, ein, Haya de la Torre für die Bildung einer Kampffront ähnlich der Kuomintang, weil er argumentierte, dass das Proletariat in Peru verschwindend klein und zu unreif sei, um eine kommunistische Partei hervorbringen zu können. Das waren nichts weiter als Spitzfindigkeiten. Es ist gut, sich das zu vergegenwärtigen und außerdem, dass die peruanische APRA nach dem Vorbild der Kuomintang von Tschiang Kai-schek gebildet wurde, dem Henker der chinesischen Revolution, der 1927 den konterrevolutionären Staatsstreich anführte. Das müssen wir uns klar vor Augen halten. Warum spreche ich dieses Problem an? Weil man heute von einem Haya-Mariateguismus bis hin zu einem Haya-Leninismus redet. Wie absurd! Mariátegui war Marxist-Leninist, Haya war niemals weder Marxist noch Leninist, niemals. Er hat sich immer den Thesen Lenins widersetzt. Es ist notwendig, das klarzustellen, denn wir können dieses Geschwätz nicht dulden, da es letztendlich nichts anderes als Mumpitz ist, eine Erfindung, um einer Allianz der Vereinigten Linken mit der APRA das Wort zu reden. Das ist der wahre Hintergrund. Der Rest ist törichtes Gewäsch.

Gut, lassen Sie mich auf Ihre Frage zurückkommen. Mariátegui wirkte in Verbundenheit mit den Massen, dem Proletariat und den Bauern. Er war in der Theorie und in der Praxis an der Gründung der CGTP (Confederación General de Trabajadores del Peru = Allgemeine Arbeiterkonföderation Perus, der peruanische Gewerkschaftsverband) beteiligt, die hauptsächlich das Ergebnis seiner Arbeit ist, doch das war die CGTP der zwanziger Jahre, nicht die heutige CGTP, die das vollständige Gegenteil dessen ist, was Mariátegui vertrat. Er leistete auch Arbeit unter den Bauern. Ein wesentlicher Bestandteil seines Werkes ist die Bauernfrage, die zum Problem der Landverteilung führt, das, wie er treffend darstellt, im Grunde gleichbedeutend mit dem Problem der Indios ist. Daneben arbeitete er unter Intellektuellen, Frauen und Jugendlichen. Denn Mariátegui realisierte sein Werk in Verbundenheit mit den Massen, indem er ihnen den Weg wies, ihre Organisationen aufbaute und sich entschieden für die Organisation des Proletariats und des Volkes in Peru einsetzte.

Thursday, April 15, 2010

Noch einen Teil des Interviews vom Vorsitzenden Gonzalo: „II. ÜBER DIE PARTEI“.

EL DIARIO: Welche Veränderungen sind in der Partei durch den Volkskrieg hervorgerufen worden?

VORSITZENDER GONZALO: Das erste und wesentliche, was uns der Volkskrieg gab, war, dass er uns auf der Grundlage unserer früheren Arbeit in die Lage versetzte, den Maoismus als eine neue, dritte und höhere Etappe des Marxismus zu begreifen. Er diente ferner dazu, die Militarisierung und den konzentrischen Aufbau der Partei zu entwickeln und die EGP (Partisanenvolksarmee; heute EPL: Volksbefreiungsarmee) aufzubauen, die im Jahre 1983 gegründet wurde.

Die EGP ist sehr wichtig. Sie ist die hauptsächliche Organisationsform, die der Hauptkampfform, dem Volkskrieg, entspricht. Die Partisanenarmee, die wir geschaffen haben und die sich machtvoll entwickelt hat, entstand unter Anwendung der Thesen des Vorsitzenden Mao Tse-tung und der äußerst wichtigen These Lenins über die Volksmilizen, die von der Erkenntnis ausgeht, dass die Armee usurpiert und zur Restauration benutzt werden kann. Daher entwickelte er das Konzept der Volksmiliz, welche die Funktionen der Polizei, der Armee und der Verwaltung übernehmen soll, eine großartige These, die er aufgrund der historischen Umstände nicht umsetzen konnte, was jedoch nicht heißt, dass sie nicht wichtig und gültig ist, so wichtig, dass sich der Vorsitzende Mao intensiv mit dem Aufbau der Volksmiliz beschäftigte. Die Merkmale unserer Armee leiten sich demnach aus diesen Erfahrungen ab, doch sie hat auch ihre Besonderheiten. Sie besteht aus drei Streitkräften: der Hauptstreitkraft, den lokalen Streitkräften und den Basisstreitkräften. Wir haben keine unabhängige Miliz, sondern sie ist als Basisstreitkraft in die Armee integriert; nach diesem Prinzip ist die Armee aufgebaut. Man könnte auch sagen, dass wie in Anbetracht unserer konkreten Bedingungen die EGP nicht anders hätten aufbauen können, doch letztendlich waren es die oben genannten Prinzipien, die uns leiteten. Diese Armee konnte ungeachtet ihrer besonderen Merkmale in allen Situationen operieren und kann, falls notwendig, angepasst und reorganisiert werden.

Im Zusammenhang mit dem Volkskrieg gibt es noch einen anderen wichtigen Aspekt, seine wichtigste Errungenschaft, die neue Macht. Gestützt auf das, was der Vorsitzenden Mao in seinem Werk "Über die Neue Demokratie" ausführt, steht für uns der Aufbau der neuen Macht in Verbindung mit der Einheitsfront. Daneben haben wir auch die lange negative Erfahrung mit der Politik der Kampffronten hier in Peru berücksichtigt, zu welcher der Begriff "Einheitsfront" missbraucht wurde und wird, früher mit der sogenannten "Nationalen Befreiungsfront" und heute hauptsächlich mit der sogenannten "Izquierda Unida" (Vereinigte Linke) und anderen Gebilden wie die viel propagierte "Convergencia Socialista" (Sozialistische Konvergenz). Wir hingegen wenden immer die Prinzipien an und gehen von unserer konkreten Realität aus. Deshalb entbehrt es jeder Grundlage, wenn man uns Dogmatiker nennt, aber gut, Papier ist geduldig. Das hat uns dazu geführt, die "Frente Revolucionario de Defensa del Pueblo" (FRDP- Revolutionäre Front zur Verteidigung des Volkes) zu bilden. Hierzu ist anzumerken, dass wir es waren, die in Ayacucho die erste Front zur Verteidigung des Volkes geschaffen haben, die sich danach "Patria Roja" zum Vorbild nahm, deformierte und als Eigenkreation ausgab, um ihre FEDIPs zu gründen - schon der Name ist falsch, denn wenn es sich um eine Front zur Verteidigung des Volkes handelt, wird sie logischerweise die Interessen des Volkes verteidigen. Die FRDP bauen wir nur auf dem Land auf, und zwar in Form der neuen Macht als Volkskomitees, wobei die Volkskomitees eines Gebietes einen revolutionären Stützpunkt bilden und die Gesamtheit dieser Stützpunkte das ist, was wir die neudemokratische Volksrepublik im Aufbau nennen. In den Städten organisieren wir die MRDP ("Movimiento Revolucionario de Defensa del Pueblo" - Revolutionäre Bewegung zur Verteidigung des Volkes), die dazu dient, den Volkskrieg in der Stadt zu führen, Kräfte zu sammeln, die reaktionäre Ordnung zu untergraben und ein Klassenbündnis im Hinblick auf den zukünftigen Volksaufstand zu schaffen.

Andere Veränderungen haben mit der Heranbildung der Parteimitglieder zu tun. Ganz offensichtlich schult der Krieg auf besondere Weise, er stählt, er erlaubt, die Ideologie stärker zu verinnerlichen, Parteimitglieder mit eisernem Willen hervorzubringen, die dem Leitspruch folgen, "den Tod herausfordern und ihm Siegeslorbeeren entreißen". Außerdem ist festzustellen, dass eine weitere Veränderung in der Partei auf einer anderen Ebene, oder besser gesagt, mit anderen Auswirkungen, stattgefunden hat, und die hat mit der Weltrevolution zu tun. Der Volkskrieg hat der Partei erlaubt, eindeutig zu demonstrieren, wie durch die Anwendung des Marxismus-Leninismus-Maoismus ein Volkskrieg geführt werden kann, ohne sich dem Diktat irgendeiner Supermacht oder imperialistischen Macht zu unterwerfen, dass es möglich ist, einen Volkskrieg voranzutreiben, und sich dabei nur auf die eigenen Kräfte zu stützen. Das alles hat der Partei auf internationaler Ebene zu einem Prestige verholfen, das sie vorher niemals hatte. Das ist kein selbstgefälliges Eigenlob - solche Eitelkeit liegt uns fern - sondern eine schlichte Tatsache, die uns erlaubt, der Weltrevolution zu dienen, wie nie zuvor. Auf diese Art und Weise erfüllt die Partei durch den Volkskrieg ihre Aufgabe als Kommunistische Partei Perus.

EL DIARIO: Wie beteiligen sich die Arbeiter und Bauern an der EGP?

VORSITZENDER GONZALO: Hauptsächlich beteiligen sich die Bauern, insbesondere die armen Bauern, als Soldaten und Befehlhabern auf den verschiedensten Ebenen, das ist die Art, wie sie sich beteiligen. Das gilt ebenso für die Arbeiter, obwohl ihr prozentualer Anteil gegenwärtig noch unzureichend ist.

Friday, April 9, 2010

Abschnitt des Interviews vom Vorsitzenden Gonzalo

Zunächst veröffentlichen wir einen Abschnitt des Interviews vom Vorsitzenden Gonzalo, der zum zweiten Teil des Interviews „ÜBER DIE PARTEI“ gehört.


II. ÜBER DIE PARTEI


EL DIARIO: Kommen wir jetzt zu einem anderen sehr wichtigen Thema dieses Interviews, nämlich dem der Partei. Welches sind für Sie die wichtigsten Lehren aus dem Entwicklungsprozess der Partei?

VORSITZENDER GONZALO: Zunächst zur historischen Entwicklung der Partei, und den Lehren, die wir daraus ziehen. Wir unterteilen die Geschichte der Partei in drei Abschnitte, die ihre Entsprechung in den drei historischen Momenten der zeitgenössischen peruanischen Gesellschaft haben. Der erste Moment, die erste Phase, ist die Gründung der Partei, bei der wir das Glück hatten, auf José Carlos Mariátegui, einen kompromisslosen Marxisten-Leninisten, zählen zu können. Aber wie es nicht anders sein konnte, wurde Mariátegui noch zu seinen Lebzeiten bekämpft und abgelehnt. Die Partei wich von seiner Linie ab, und der Gründungsparteitag, den er als unerledigte Aufgabe hinterlassen hatte, wurde niemals durchgeführt, denn, wie wir alle wissen, verabschiedete jener Parteitag, der dann Gründungsparteitag genannt wurde, die Linie der sogenannten "Nationalen Einheit", die den Thesen Mariáteguis vollkommen widersprach. In der Folge schlug die Partei den Weg des Opportunismus ein, sie geriet erst unter den Einfluss des Browderismus, dem del Prado nahestand, und dann unter den des zeitgenössischen Revisionismus. All das führte zu einem zweiten historischen Moment, dem des Wiederaufbaus der Partei, der im wesentlichen ein Kampf gegen den Revisionismus war; es handelt sich dabei um eine Periode, die sich Anfang der sechziger Jahre klarer und eindeutiger abzuzeichnen begann. Dieser Prozess führte die Parteibasis dazu, sich gegen die revisionistische Führung zusammenzuschließen und sie, wie ich bereits erwähnte, auf der 4. Parteikonferenz im Januar 1964 aus der Partei auszuschließen. Die Phase des Wiederaufbaus dauerte bis zum Jahr 1978/79. Um diese Zeit herum endete der zweite Moment, und wir traten in den dritten Moment ein, den Moment der Führung des Volkskrieg, in dem wir uns gegenwärtig befinden.

Welches sind die Lehren, die wir daraus ziehen können? Die erste Lehre ist die Bedeutung der einheitlichen ideologischen und politischen Basis der Partei und ihre Beziehung zum Zweilinienkampf. Ohne diese Grundlage und ihre drei Elemente, 1) der Marxismus-Leninismus-Maoismus, Gonzalo-Ideen, 2) das Programm und 3) die politische Generallinie, fehlt jegliche Grundlage für den ideologisch-politischen Aufbau der Partei. Andererseits kann es ohne den Zweilinienkampf kein einheitliche ideologische und politische Basis der Partei geben.

Ohne den entschlossenen und umsichtigen Zweilinienkampf in der Partei ist es weder möglich, eine feste Verankerung in der Ideologie zu erreichen, noch das Programm und die politische Generallinie festzulegen, zu verteidigen, anzuwenden oder gar weiter zu entwickeln. Für uns ist der Zweilinienkampf von grundsätzlicher Bedeutung, was damit zusammenhängt, dass wir entsprechend des universellen Gesetzes des Widerspruchs die Partei als einen Widerspruch verstehen. Die zweite Lektion ist die Bedeutung des Volkskrieges. Die zentrale Aufgabe einer kommunistischen Partei besteht darin, die Macht für die Arbeiterklasse und das Volk zu erobern. Nachdem die Aufbauphase einer Partei abgeschlossen ist, muss sie unter Berücksichtigung der konkreten Bedingungen daran gehen, die Macht zu erobern, und das kann sie nur mit dem Volkskrieg erreichen. Die dritte wichtige Lektion bezieht sich auf die Heranbildung einer Parteiführung. Die Führung ist von entscheidender Bedeutung und kann nicht improvisiert werden. Es erfordert viel Zeit, harte Arbeit und mühevollen Kampf, eine Führung heranzubilden, ganz besonders, wenn es darum geht, einen Volkskrieg anzuführen. Eine vierte Lehre, die wir ziehen können, ist die Notwendigkeit, den Aufbau auf die Eroberung der Macht auszurichten. Denn so wie man einen Volkskrieg führt, um die Macht zu erobern, so muss man auch die Machtübernahme aufbauen. Was wollen wir damit sagen? Es müssen Organisationen geschaffen werden, die denen der Reaktion überlegen sind. Wir glauben, dass das die wichtigsten Lektionen sind. Eine letzte ist der proletarische Internationalismus. Wir müssen uns immer als Teil des internationalen Proletariats verstehen, die Revolution immer als Teil der Weltrevolution begreifen, den Volkskrieg - so wie es die Parole der Partei sagt - im Dienste der Weltrevolution entwickeln. Warum? Weil eine kommunistische Partei letztendlich ein unumstößliches Ziel hat, den Kommunismus. Und, wie der Marxismus festgelegt hat, treten wir in ihn entweder alle gemeinsam ein oder überhaupt nicht. Wir halten dies für die wichtigsten Lehren, die wir anführen können.


EL DIARIO: Fahren wir mit dem gleichen Thema fort. Warum misst die PCP der Fraktion, jener Fraktion, welche die Partei wiederaufbaute, so große Bedeutung zu?

VORSITZENDER GONZALO: Das ist ein wichtiges Thema, das außerhalb der Reihen der Partei kaum bekannt ist. Beginnen wir folgendermaßen: Lenin sprach von der Fraktion als einer Gruppe von Menschen, die sich auf einer soliden Grundlage zusammenschließen, um die Prinzipien in ihrer reinster Form anzuwenden, und dabei ihre politischen Positionen offen auf den Tisch legen mit dem Ziel, den internen Kampf voranzutreiben und die Partei weiter zu entwickeln. Wir stützten uns auf die leninistische Auffassung, als wir die Fraktion bildeten. Sie begann sich Anfang der sechziger Jahre zu formieren, was im Zusammenhang mit dem weltweiten Kampf zwischen Marxismus und Revisionismus zu sehen ist, der natürlich auch in unserem Land widerhallte. Die Mitglieder der Fraktion begannen, darüber nachzudenken, wie die Revolution in Peru durchzuführen sei, und entdeckten viele dieser Fragen in den Werken des Vorsitzenden Mao Tse-tung, die zu jener Zeit nach Peru gelangten. Welche Fragen stellten wir uns? Wir sagten uns, dass die Revolution in Peru eine Partei mit soliden ideologischen und politischen Grundlagen braucht, dass die Bauern die Hauptkraft in unserer Gesellschaft sind, während das Proletariat die führende Klasse ist, und der Weg vom Land in die Stadt führt; das waren unsere Ausgangspunkte. Die Fraktion diente dem Kampf gegen den Revisionismus von del Prado, und wir waren ein Teil derer, die sich zusammentaten, um die Reihen der Partei zu säubern und die Clique um del Prado auszuschließen.

Neben unserer Fraktion bestanden innerhalb der Partei noch andere Fraktionen, eine unter der Führung von Paredes und zwei, die verdeckt agierten, d. h. nicht die leninistischen Kriterien hinsichtlich einer Fraktion anwandten, sondern sich wie eine Partei innerhalb der Partei verhielten. Ich beziehe mich auf Patria Roja mit ihrer sogenannten "Tschingkang-Gruppe" und auf die selbsternannte "bolschewistische" Gruppe. Und daneben gab es unsere Fraktion, deren Zentrum die Region um Ayacucho war. Nachdem die betreffende Linie auf der 5. Parteikonferenz verabschiedet worden, beschäftigte sich die Fraktion mit dem Problem des Aufbaus der drei Instrumente der Revolution. Dadurch spitzte sich der interne Kampf zu, doch da er schlecht geführt wurde, bewirkte er keinen stärkeren Zusammenhalt, sondern die Partei fiel auseinander. So spaltete sich zuerst Patria Roja ab, d. h., sie wurden aus der Partei ausgeschlossen, weil sie eine rechtsopportunistische Linie verfolgten, sich gegen den Vorsitzenden Mao Tse-tung und Mariátegui wandten und die Existenz einer revolutionären Situation in Peru bestritten. Es blieben drei Fraktionen übrig.

Auf der 6. Parteikonferenz im Jahre 1969 wurden die einheitliche ideologische und politische Basis der Partei und der Wiederaufbau der Partei beschlossen, zwei Punkte, welche die Fraktion neben anderen grundsätzlichen Fragen bereits auf einer Sitzung der erweiterten Politischen Kommission im Jahre 1967 vorgeschlagen hatte. Paredes und seine Gruppe waren weder mit dem Wiederaufbau der Partei noch mit der einheitlichen ideologischen und politischen Basis der Partei einverstanden, und da sie die Partei nicht kontrollieren konnten, schmiedeten sie einen Plan, um sie zu sprengen. So war ihr hinterhältiger Plan. Diesem Rechts-Liquidatorentum traten wir mit einem harten Kampf entgegen, bis auf diese Weise zwei Fraktionen übrig blieben, die unsrige und die selbsternannte "bolschewistische" Gruppe. Diese entwickelte nun ein Links-Liquidatorentum. Sie vertrat, dass Stabilität bestände und folglich keine revolutionäre Situation existiere, dass der Faschismus alles zerstöre, dass man keine Arbeit unter den Massen machen könne, dass man den Parteinachwuchs in Seminaren schulen müsse etc.

Dieser Kampf endete damit, dass unsere Fraktion allein den Wiederaufbau der Partei übernahm. Lenin sagte, dass ab einem bestimmten Moment eine Fraktion, die konsequent ist, die Partei wieder aufbauen muss. Diese Aufgabe übernahm unsere Fraktion. An dieser Stelle könnte man fragen: Warum betrieb die Fraktion den Wiederaufbau der Partei? Warum gründet sie keine andere, wie es Mode war und immer noch ist? Der erste Grund ist, dass die Partei 1928 auf eindeutig marxistisch-leninistischer Basis gegründet wurde und umfassende Erfahrungen, sowohl positiver als auch negativer Art gesammelt hatte. Doch es gibt noch einen anderen Grund. Lenin lehrt uns: Wenn jemand einer Partei angehört, die von den Grundsätzen abweicht, vom Kurs abkommt oder in den Opportunismus abrutscht, hat er die Pflicht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um sie auf den richtigen Weg zurückzubringen, andernfalls begeht er ein politisches Verbrechen. Die Bedeutung der Fraktion liegt darin, dass sie diese Aufgabe übernommen und dem Wiederaufbau der Partei gedient hat, angefangen mit dem ideologisch - politischen Aufbau, dessen Ausgangspunkt der Maoismus war, den wir damals Mao Tse-tung - Gedanken nannten, bis zur Festlegung der politischen Generallinie. Die Fraktion hat das große Verdienst, die Partei wieder aufgebaut zu haben, und damit gab es das Instrument, den "heldenhaften Kämpfer", eine kommunistische, marxistisch-leninistisch-maoistische Partei neuen Typs, die organisierte politische Avantgarde - nicht die "politisch-militärische Organisation", wie einige fälschlicherweise zu sagen pflegen -, die Partei, die notwendig ist, um mit der Waffe in der Hand im Volkskrieg die Eroberung der Macht in Angriff zu nehmen.

Thursday, March 4, 2010

Anlässlich des internationalen Tags der proletarischen Frau, am 8. März, veröffentlichen wir Auszüge des Dokuments der KPP


„FÜR EINE KLASSENLINIE IN DER FRAUENBEWEGUNG DES VOLKES“ („MOVIMIENTO FEMENINO POPULAR“)

DER MARXISMUS, MARIÁTEGUI UND DIE FRAUENBEWEGUNG

(Auszüge)


I. DAS FRAUENPROBLEM UND DER MARXISMUS

Das Problem der Frau ist eine wichtige Frage für den Volkskampf. Seine Bedeutung ist heute um so größer, wo die Aktionen zur Mobilisierung der Frauen zunehmen, eine Mobilisierung, die vom Standpunkt der Arbeiterklasse her notwendig und fruchtbar ist und dem Volk dient, die jedoch zu einem Mittel der Spaltung wird und die Volkskämpfe bremst, wenn sie von den Ausbeuterklassen zu deren Nutzen betrieben wird.

In dieser neuen Periode der Politisierung der Frauen, in der wir uns befinden, und deren Grundlage die größere ökonomische Betätigung der Frauen in unserem Land ist, halten wir es für unabdingbar, dem Frauenproblem größte Aufmerksamkeit zu widmen, was Studium und Untersuchung, politische Mobilisierung und die daraus folgende Organisierung angeht. Diese Aufgabe verlangt, uns die große These Mariáteguis zu vergegenwärtigen, der lehrte: „DIE FRAUEN SIND EBENSO WIE DIE MÄNNER REAKTIONÄR, ZENTRISTISCH ODER REVOLUTIONÄR. FOLGLICH KÖNNEN SIE NICHT ZUSAMMEN DIE GLEICHE SCHLACHT SCHLAGEN. IM GEGENWÄRTIGEN MENSCHLICHEN PANORAMA UNTERSCHEIDET DIE KLASSE DIE MENSCHEN MEHR ALS DAS GESCHLECHT.“ Aus diesem Grunde bedingt die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Verständnisses des Frauenproblems von Anfang an und unfraglich, von der Konzeption der Arbeiterklasse, dem Marxismus, auszugehen.

1. DIE THEORIE DER FRAU ALS „MINDERWERTIGE WEIBLICHE NATUR“.

Seit Jahrhunderten haben die Ausbeuterklassen die Pseudotheorie der „minderwertigen weiblichen Natur“ vertreten, die dazu gedient hat, die Unterdrückung zu rechtfertigen, die heute die Frauen in den Gesellschaften erfahren, wo weiterhin Ausbeutung herrscht.

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So sehen wir, wie im Verlauf der Geschichte die Ausbeuterklassen die „minderwertige weibliche Natur“ gepredigt haben. Gestützt auf idealistische Konzeptionen haben sie ein ums andere Mal die Existenz einer „minderwertigen weiblichen Natur“ vertreten, die unabhängig von den sozialen Bedingungen besteht. Diese Auffassung ist nichts anderes als Teil der unwissenschaftlichen These der „menschlichen Natur“. Doch dieser so genannten „weiblichen Natur“ als eine ewige und unveränderliche Eigenschaft wurde das Adjektiv „minderwertig“ hinzugefügt, um zu belegen, dass die Frau und ihre Unterdrückung und Vormundschaft ein Produkt ihrer „natürlichen Unterlegenheit gegenüber dem Mann“ ist. Mit dieser Pseudotheorie wurde und wird versucht die Unterwerfung der Frau aufrechtzuerhalten und zu „rechtfertigen“.

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2. DIE ENTWICKLUNG DES KAPITALISMUS UND DIE FRAUENBEWEGUNG.

Die Entwicklung des Kapitalismus gliedert die Frau in die Produktion ein und schafft damit Grundlagen für ihre Entwicklung. Mit der Teilnahme am Produktionsprozess haben die Frauen die Möglichkeit, sich unmittelbarer am Klassenkampf und an den Kampfaktionen zu beteiligen. Der Kapitalismus führte zu den bürgerlichen Revolutionen und in ihnen entwickelten sich die weiblichen Massen, vor allem die arbeitenden Frauen weiter.

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An der französischen Revolution lässt sich klar erkennen, wie der Fortschritt oder der Rückzug der Frauen mit dem Fortschritt und Rückzug der Revolution einhergeht. Das ist eine wichtige Lehre. Es besteht eine Interessenübereinstimmung der Frauenbewegung mit dem Volkskampf, denn die Frauenbewegung ist ein Teil des Volkskampfes.

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Die französische Revolution erhob die drei Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und versprach Gerechtigkeit und Durchsetzung der Forderungen des Volkes. Doch sehr bald traten ihre Klasseninteressen in Widerspruch zu denen der Massen, und es zeigten sich ihre Grenzen und die Formalität ihrer Grundsatzerklärungen. Elend, Hunger und Ungerechtigkeit herrschten weiter, wenn auch unter neuen Formen. Gegen diese Situation wandten sich die Utopisten mit einer niederschmetternden und klugen Kritik, doch aufgrund der historischen Bedingungen konnten sie nicht die Wurzel des Übels erkennen. Die utopischen Sozialisten verurteilten auch die Bedingungen der Frau unter dem Kapitalismus. Fourier, ein Vertreter dieser Position, zeigte auf: „Der Wandel einer historischen Epoche lässt sich immer durch den Fortschritt in der Haltung gegenüber den Frauen bestimmen .... Der Grad der Frauenbefreiung bildet den natürliche Maßstab für die allgemeine Emanzipation.“

Es ist nützlich, diese große Feststellung mit den Ideen über die Frau des Anarchisten Proudhon zu konfrontieren. Heute, wo versucht wird, die Anarchisten als ein Beispiel der revolutionären Klarsicht und Konsequenz darzustellen und sie überall propagandisiert werden, ist es gut, ihre Ideen zu kennen. Proudhon vertrat, dass die Frau aufgrund ihrer körperlichen, intellektuellen und moralischen Stärke dem Mann unterlegen ist, und dass, alles zusammen genommen, den Wert der Frau von 8/27 des Wertes des Mannes besitzt. So repräsentiert für diesen Dummkopf die Frau weniger als ein Drittel des Wertes des Mannes. In dieser Aussage kommt das kleinbürgerliche Denken ihres Verfassers zum Ausdruck, das die Wurzel jedes Anarchismus ist.

Mit ihrer zunehmenden Eingliederung in den Produktionsprozess im Verlauf des 19. Jahrhundert entwickelte die Frau ihren Kampf um ihre Forderungen weiter und vereinigte sich mit der Gewerkschaftsbewegung und der revolutionären Bewegung des Proletariats. Ein Beispiel dafür ist Louise Michel, Kämpferin der Pariser Kommune von 1871. Doch die Frauenbewegung im Allgemeinen wurde auf den Suffragismus, den Kampf um das weibliche Wahlrecht ausgerichtet. Dahinter steckte die falsche Idee, dass mit dem Stimmrecht und der Teilnahme am Parlament die Rechte der Frauen durchgesetzt werden könnten. Auf diese Art wurde die feministische Aktion in Richtung des parlamentarischen Kretinismus gelenkt. Es ist jedoch gut, daran zu erinnern, dass das Wahlrecht der Frau nicht geschenkt wurde, sondern dass die Frauen am Ende des vorigen und zu Beginn dieses Jahrhunderts einen offenen und entschlossenen Kampf führen mussten, um es zu erhalten. Der Kampf für das weibliche Stimmrecht und sein Erfolg zeigen einmal mehr, dass auch, wenn es eine Eroberung darstellt, dies nicht das Mittel ist, das eine wirkliche Veränderung der Situation der Frau bewirkt.

Im 20. Jahrhundert erfolgt eine stärkere Entwicklung der weiblichen Aktivität in der Wirtschaft, die Zahl der Arbeiterinnen nimmt zu, ebenso wie die der Angestellten. Hinzu kommt eine große Anzahl von Akademikerinnen. Die Frauen halten in alle Bereiche der Wirtschaft Einzug. In diesem Prozess sind die beiden Weltkriege von großer Bedeutung, denn sie führen zur Eingliederung in den Produktionsprozess von Millionen von Frauen als Ersatz für die Männer, die an die Front geschickt werden. All das begünstigt die Mobilisierung, Organisation und Politisierung der Frauen, und seit den fünfziger Jahren erlebt der Frauenkampf einen neuen Aufschwung, der bis in die sechziger Jahre reicht und eine große historische Perspektive besitzt.

Wir kommen zu der Schlussfolgerung, dass der Kapitalismus durch die Eingliederung der Frauen in den Produktionsprozess die Grundlagen für ihre Mobilisierung zur Durchsetzung ihrer Forderungen schafft Doch der Kapitalismus ist nur in der Lage, den Frauen eine formal-rechtliche Gleichstellung zu geben. Er kann sie keinesfalls emanzipieren. Das hat die ganze Geschichte der Bourgeoisie bewiesen, eine Klasse, die selbst in ihrer fortschrittlichsten Revolution, der französischen des 18. Jahrhunderts nicht über formale Forderungen hinauskam. Darüber hinaus zeigen die spätere Entwicklung der revolutionären Prozesse des Bürgertums und das 20. Jahrhundert nicht nur, dass die Bourgeoisie den Frauenmassen nicht ihre Emanzipation geben kann, sondern dass mit der Entwicklung des Imperialismus die bürgerliche Konzeption über die Situation der Frau zunehmend reaktionärer wird und die soziale, wirtschaftliche, politische und ideologische Unterdrückung verstärkt, auch wenn er sie auf viele Arten beschönigt und verschleiert.

3. DER MARXISMUS UND DIE EMANZIPATION DER FRAU.

Der Marxismus, die Konzeption der Arbeiterklasse, begreift den Menschen als ein Produkt seiner sozialen Beziehungen, die sich im Laufe der Geschichte und gemäß dem sozialen Prozess verändern. Von daher ist der Marxismus vollkommen gegen die These der „menschlichen Natur“ als ewige, unveränderbare Wirklichkeit unabhängig von den sozialen Bedingungen, denn diese entspricht der idealistischen und metaphysischen Position der Reaktion. Die marxistische Position geht über den mechanischen Materialismus (der alten Materialisten vor Marx und Engels) hinaus, die unfähig, den historischen und sozialen Charakter des Menschen als Veränderter der Wirklichkeit zu verstehen, auf metaphysische und spirituelle Konzeptionen verfielen, wie im Fall Feuerbachs.

Da der Marxismus den Menschen als eine konkrete Wirklichkeit versteht, die im Laufe der Geschichte von der Gesellschaft hervorgebracht wird, ist er gegen die These der „weiblichen Natur“, denn diese ist nichts anderes als die Ergänzung der so genannten „menschlichen Natur“, und von daher eine Bestätigung, dass die Frau über eine ewige und unveränderbare Natur besitzt. Noch schlimmer ist, dass, wie wir gesehen haben, der Idealismus und die Reaktion unter der „weiblichen Natur“ eine „mangelhafte, im Vergleich zur männlichen minderwertige Natur“ verstehen.

Für den Marxismus ist die Frau ebenso wie der Mann nichts weiter als ein Produkt ihrer sozialen Beziehungen, die durch die Geschichte bestimmt werden und die sich gemäß des Wandels der Gesellschaft in ihrem Entwicklungsprozess verändern. Die Frau ist also ein soziales Produkt und ihre Veränderung verlangt die Veränderung der Gesellschaft.

Bei der Betrachtung des Problems der Frau vertritt der Marxismus eine materialistische und dialektische Position, eine wissenschaftliche Konzeption, die ein vollständiges Verständnis erlaubt. Beim Studium, der Untersuchung und dem Verständnis der Frau und ihre Bedingungen setzt der Marxismus die Situation der Frau in Beziehung zum Privateigentum, zur Familie und zum Staat, denn die Bedingungen und die Stellung der Frau in der Geschichte sind aufs engste mit dem geschichtlichen Prozess dieser drei Faktoren verbunden.

Ein außerordentliches Beispiel der konkreten Analyse des Problems der Frau unter diesem Gesichtspunkt finden wir in „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ von F. Engels, der die Ablösung des Mutterrechts durch das Vaterrecht als den Beginn der weiblichen Unterwerfung aufzeigt:

„In dem Verhältnis also, wie die Reichtümer sich mehrten, gaben sie einerseits dem Mann eine wichtigere Stellung in der Familie als der Frau und erzeugten andererseits den Antrieb, um die hergebrachte Erbfolge zugunsten der Kinder umzustoßen. ... Denn diese Revolution - eine der einschneidensten, die die Menschen erlebt haben - brauchte nicht ein einziges der lebenden Mitglieder der Gens zu berühren. Alle ihre Angehörigen konnten nach wie vor bleiben, was sie gewesen. Der einfache Beschluss genügte, dass in Zukunft die Nachkommen der männlichen Genossen in der Gens bleiben, die der weiblichen aber ausgeschlossen sein sollten, indem sie in die Gens des Vaters übergingen. Damit war die Abstammungsrechnung in weiblicher Linie und das mütterliche Erbrecht umgestoßen, männliche Abstammung und väterliches Erbrecht eingesetzt. Wie sich diese Revolution bei den Kulturvölkern gemacht hat, und wann, darüber wissen wir nichts. Sie fällt ganz in die vorgeschichtliche Zeit. ... Der Umsturz des Mutterrechts war die WELTGESCHICHTLICHE NIEDERLAGE DES WEIBLICHEN GESCHLECHTS. Der Mann ergriff das Steuer auch im Haus, die Frau wurde entwürdigt, geknechtet, eine Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kindererzeugung.“

Dieser Text von Engels stellt die grundsätzliche These des Marxismus über das Problem der Frau auf: die Stellung der Frau stützt sich auf die Eigentumsverhältnisse, auf die Formen des Eigentums, die über die Produktionsmittel ausgeübt wird, und auf die Produktionsverhältnisse, die daraus hervorgehen. Diese These des Marxismus ist von entscheidender Bedeutung, denn sie legt fest, dass die Unterdrückung der Frau ihre Ursache in der Herausbildung, der Durchsetzung und der Entwicklung des Rechtes auf Privateigentum an den Produktionsmitteln hat, und daher ihre Emanzipation mit der Zerstörung dieses Rechtes verbunden ist. Für ein marxistisches Verständnis des Problems der Frau ist diese große These unumgänglich, und dies heute mehr denn je, wo so genannte Revolutionäre und selbsternannte Marxisten versuchen, die weibliche Unterdrückung nicht aus der Herausbildung und der Durchsetzung des Privateigentums sondern aus der einfachen geschlechtspezifischen Arbeitsteilung abzuleiten, die der Frau eine weniger wichtige Beschäftigung als dem Mann zuwies und sie ins Haus verbannte. Diese Position ist trotz seiner vielfachen Propagandisierung und des Versuches, sie als revolutionär darzustellen, nichts anderes als der Ersatz der marxistischen Position durch eine bürgerliche, und stellt im Grunde eine neue Form der so genannten „weiblichen Natur“ darstellt.

Engels entwickelte diese marxistische Ausgangsposition und zeigte auf, wie sich auf dieser Grundlage die monogame Familie herausbildete, über die er sagt: „Sie war die erste Familienform, die sich nicht auf naturwüchsige, sondern auf ökonomische Bedingungen stützte, nämlich auf den Sieg des Privateigentums über das ursprüngliche naturwüchsige Gemeineigentum.“ Und: „So tritt die Monogamie keineswegs in die Geschichte als die Versöhnung von Mann und Weib, noch viel weniger als ihre höchste Form. Im Gegenteil. Sie tritt auf als Unterjochung des einen Geschlechts durch das andre, als Proklamation eines bisher in der ganzen Vorgeschichte unbekanntes Widerstreits der Geschlechter.“ („Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“)

Nach der Feststellung, dass das Privateigentum die Grundlage der monogamen Ehe ist, die die Unterdrückung der Frau bestimmt, legt Engels die Beziehung zwischen den drei grundlegenden Formen der Ehe und den drei großen Entwicklungsstadien des Menschen: Wildheit und Gruppenehe, Barbarei und Paarungsehe, Zivilisation und Monogamie mit ihrer Ergänzung, dem „Ehebruch und der Prostitution“. So entwickeln die Klassiker des Marxismus die These über den historischen Wandel der Situation der Frau und ihrer Stellung in der Gesellschaft und zeigen auf, dass die Situation der Frau aufs engste mit dem Privateigentum, der Familie und dem Staat verbunden ist, der der Apparat ist, der diese Beziehung juristisch festlegt, sie aufzwingt und mit Gewalt durchsetzt.

Diese von Engels systematisierte, wissenschaftliche Feststellung ist das Ergebnis einer marxistischen Analyse der Situation der Frau im Verlauf der Geschichte, und auch die oberflächlichste Untersuchung beweist vollkommen ihre Richtigkeit und Gültigkeit, die Grundlage und Ausgangspunkt der Arbeiterklasse für das Verständnis des Problems der Frau sind. Folgender historischer Abriss dient uns als Beispiel für die These Engels und der Klassiker.

In der Urgesellschaft vollzog sich das Leben von Männern und Frauen in einer spontanen Gleichheit auf der Grundlage der naturwüchsigen Arbeitsteilung aufgrund von Alter und Geschlecht und die Frau nahm an den Entscheidungen der gesellschaftlichen Gruppe teil, und mehr noch, die Frauen waren umgeben von Respekt und Rücksichtnahme und erfuhren eine ehrenvolle und sogar bevorzugte Behandlung. Durch die Zunahme der Reichtümer wurde die Stellung des Mannes in der Familie gestärkt und mit der Ablösung des Mutterrechts durch das Vaterrecht beginnt die Benachteiligung und die Erniedrigung der Frau ...

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In der feudalen Gesellschaft bestätigt sich wie in anderen Ausbeutergesellschaften, sei es in der Sklavenhaltergesellschaft oder im Kapitalismus, das oben Gesagte über die Situation der Frau. Dabei ist es interessant zu sehen, dass die Lage ausschließlich der armen Frauen durch unterschiedliche, erträglichere Bedingungen gegenüber der Macht des Ehemannes gekennzeichnet ist. Als Ursache dafür ist anzusehen, dass in den Klassen des Volkes die Frauen an der Produktion teilnehmen und keine großen Reichtümer vorhanden sind.

Die Entwicklung des Kapitalismus führt zum Zerfall des Feudalismus, eine Situation, die ihre Spuren in der Stellung der Frau hinterlässt, wie wir bereits dargestellt haben.

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All das führt uns zu einer Schlussfolgerung, nämlich zu der Notwendigkeit, uns fest auf die Positionen der Arbeiterklasse zu stützen und sie anzuwenden, um das Problem der Frau zu verstehen und zu seiner Lösung beizutragen, entschieden und hartnäckig die Verdrehungen der marxistischen Thesen über diese Frage im besonderen zurückzuweisen und die vermeintlichen Weiterentwicklungen zu bekämpfen, die nicht anderes sind als Versuche, an dieser Kampffront die proletarische Konzeption durch die bürgerliche zu ersetzen, um die Frauenbewegung auf ihrem Vormarsch zu desorientieren.

Nach der Darstellung der sozialen Lage der Frau und einem historischen Abriß ihrer Entwicklung in Beziehung zu Privateigentum, Familie und Staat, wenden wir uns nun der Frage der EMANZIPATION DER FRAU zu, indem wir von der marxistischen Position ausgehen.

Der Marxismus vertritt und belegt, dass die Entwicklung der Maschinerie die Frau, ebenso wie die Kinder in der Produktionsprozess eingliedert, womit die zur Ausbeutung zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte vervielfacht werden, die Arbeiterfamilie zerstört, die Frau physisch zerschlissen und materiell und moralisch dem Elend der Ausbeutung unterworfen wird.

Karl Marx analysierte die Frauen- und Kinderarbeit und schrieb: „Sofern die Maschinerie Muskelkraft entbehrlich macht, wird sie zum Mittel, Arbeiter ohne Muskelkraft oder von unreifer Körperentwicklung, aber größerer Geschmeidigkeit der Glieder anzuwenden. Weiber- und Kinderarbeit war daher das erste Wort der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie! Dies gewaltige Ersatzmittel von Arbeit und Arbeitern verwandelte sich damit sofort in ein Mittel, die Zahl der Lohnarbeiter zu vermehren durch die Einreihung aller Mitglieder der Arbeiterfamilie, ohne Unterschied von Geschlecht und Alter, unter die unmittelbare Botmäßigkeit des Kapitals. Die Zwangsarbeit für den Kapitalisten usurpierte nicht nur die Stelle des Kinderspiels, sondern auch der freien Arbeit im häuslichen Bereich, innerhalb sittlicher Schranke, für die Familie selbst.“ (Marx/ Engels. Werke, „Das Kapital“, Bd. 23, S. 416, Berlin 1977)

„Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die Erhaltung des individuellen erwachsnen Arbeiters. Indem die Maschinerie alle Glieder der Arbeiterfamilie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt sie den Wert der Arbeitskraft des Mannes über seine ganze Familie. Sie entwertet daher seine Arbeitskraft. ... So erweitert die Maschinerie von vornherein mit dem menschlichen Ausbeutungsmaterial, dem eigensten Ausbeutungsfeld des Kapitals, zugleich den Ausbeutungsgrad.“ (Ebd. S. 417)

Marx fährt in seiner meisterhaften Analyse fort und beschreibt, wie der Kapitalismus die weiblichen Vorzüge und Pflichten zu seinem Vorteil ausnutzt: „Herr E. ein Fabrikant, unterrichtete mich, dass er ausschließlich Weiber bei seinen mechanischen Webstühlen beschäftigt; er gebe verheirateten Weibern den Vorzug, besonders solchen mit Familie zu Hause, die von ihnen für den Unterhalt abhängt; sie sind viel aufmerksamer und gelehriger als unverheiratete und zur äußersten Anstrengung ihrer Kräfte gezwungen, um die notwendigen Lebensmittel beizuschaffen. So werden die Tugenden, die eigentümlichen Tugenden des weiblichen Charakters, zu seinem Schaden verkehrt - so wird alles Sittliche und Zarte ihrer Natur zum Mittel ihrer Sklaverei und ihres Leidens gemacht.“ (Ebd. S. 425)

Doch so wie der Kapitalismus mit der Eingliederung der Frau in die Produktion ihre Ausbeutung ausweitet, schafft er mit diesem Prozess gleichzeitig eine reale materielle Basis für den Kampf der Frau um ihre Rechte und ist Ausgangspunkt für den Kampf um ihre Emanzipation. Denn, wie Engels in „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ lehrte: „Die Emanzipation der Frau verlangt als erste Bedingung die Wiedereingliederung des ganzen weiblichen Geschlechts in die gesellschaftliche Industrie, was gleichzeitig erfordert, dass die individuelle Familie als wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft aufgehoben wird.“ Und offensichtlich schafft der Kapitalismus entgegen seiner Zukunftsinteressen die Grundlage für die Emanzipation der Frau, so wie er durch seine Entwicklung auch die Klasse hervorbringt, die ihn vernichten wird, das Proletariat.

Auf der anderen Seite fördern die Tätigkeit in der Wirtschaft und die Entwicklung des Klassenkampfes die POLITISIERUNG DER FRAU. Wir haben bereits darauf hingewiesen, wie die französische Revolution die politische und organisatorische Entwicklung der Frauen voranbrachte und durch ihre Vereinigung, Mobilisierung und ihren Kampf die Grundlage für die Frauenbewegung schuf. Wir haben auch festgestellt, dass die Forderungen der Frauen durch den revolutionären Aufschwung durchgesetzt worden sind, und wie ihre Rechte widerrufen und ihre Eroberungen verloren gingen, wenn der revolutionäre Prozess zum Stillstand kam. Jedoch wie positiv die Teilnahme der Frau an der französischen Revolution auch gewesen ist, so war der Grad ihrer damals erlangten Politisierung doch nur sehr elementar, eingeschränkt und gering im Vergleich zu dem riesenhaften Fortschritt, den die Politisierung der Frauen durch die Arbeiterklasse erlangt. Was bedeutet diese Politisierung? Durch die massive Eingliederung der Frauen in den Produktionsprozess entreißt der Kapitalismus sie den vier Wänden ihres Haushalts, um sie in ihrer großen Mehrheit der Ausbeutung in der Fabrik zu unterwerfen und sie in Arbeiterinnen zu verwandeln. Auf diese Art bilden die Frauen einen Bestandteil der fortschrittlichsten und letzten Klasse der Geschichte und entwickeln sich mit ihr. Die Frau beginnt ihren radikalen Prozess der Politisierung durch die Teilnahme an den Arbeitskämpfen (der große Wandel, den das bewirkt, sehen wir konkret in unserem Land an der Veränderung der Arbeiterinnen, Bäuerinnen und Lehrerinnen Perus durch ihre Teilnahme an den Gewerkschaftskämpfen). Die Frau bekommt zu höher entwickelten Organisationsformen, wird für die Konzeption des Proletariats gewonnen und entwickelt sich ideologisch mit ihr weiter, um schließlich zu den höheren, politischen Kampf- und Organisationsformen zu gelangen, und ihre fortschrittlichsten Vertreterinnen treten in die Partei der Arbeiterklasse ein, um dem Volk in jeder Form und an allen Kampffronten zu dienen, die die Arbeiterklasse durch ihre politische Avantgarde organisiert und anführt. Diesen Prozess der Politisierung kann nur das Proletariat hervorbringen und der neue Typ der kämpferischen Frau, die er schafft, hat sich in vielen herausragenden Kämpferinnen ausgedrückt, deren Namen in die Geschichte eingegangen sind: Louise Michel, N. Krupskaya, Rosa Luxemburg, Liu Hu-lan und andere, deren Erinnerung das Volk und das Proletariat bewahren.

Für den Marxismus war in der Vergangenheit und ist auch heute die Politisierung der Frau das entscheidende Problem ihrer Emanzipation, und ihr widmeten die Klassiker besondere Aufmerksamkeit. Marx lehrte: „Jeder, der ein bisschen von der Geschichte versteht, weiß, dass die großen sozialen Veränderungen unmöglich sind ohne das weibliche Ferment. Der soziale Fortschritt kann genau an der sozialen Stellung des schwachen Geschlechts gemessen werden.“ (Brief an Kugelmann, 1856) Und für Lenin war die Teilnahme der Frau noch sehr viel dringender und wichtiger für die Revolution: „Die Erfahrung aller Befreiungsbewegungen bestätigt, das der Erfolg der Revolution von dem Grad der Beteiligung der Frauen abhängt.“

So verlangen die Entwicklung des Klassenkampfes und seine tagtägliche Zuspitzung, wie auch die konkreten gesellschaftlichen Bedingungen des revolutionären Kampfes im Zeitalter des Imperialismus dringender denn je die Politisierung der Frau. Daher rief Lenin, als er inmitten des 1. Weltkrieges zukünftige Schlachten der Arbeiterklasse voraussah, auf die es galt, sich vorzubereiten, dazu auf zu kämpfen für: „17. Die ausnahmslose Abschaffung aller Beschränkungen der politischen Rechte der Frau im Vergleich zu den Rechten des Mannes. Dem Volk die besondere Dringlichkeit dieser Veränderung erklärt in einem Moment, wo der Krieg und der Mangel die breiten Volksmassen beunruhigen und insbesondere in der Frau Interesse und Aufmerksamkeit für die Politik wecken.“ Und er erklärte: „Es ist notwendig, dass wir eine ganze planmäßige Arbeit unter den weiblichen Massen entwickeln. Wir müssen die Frauen, die wir aus der Passivität reißen konnten, erziehen, sie rekrutieren und für den Kampf bewaffnen, nicht nur die Arbeiterinnen in den Fabriken oder die sich im Haushalt betätigen, sondern auch die unterschiedlichen Schichten des Kleinbürgertums. Auch sie sind Opfer des Kapitalismus.“ Mit diesen Worten forderte Lenin die Politisierung der Frau, den Kampf um ihre politischen Rechte, die Notwendigkeit, den Massen die Dringlichkeit der politischen Mitarbeit der Frauen zu erklären, die Notwendigkeit, mit ihnen zu arbeiten, sie zu erziehen, zu organisieren und für alle Kampfformen vorzubereiten. Abschließend hebt er hervor, sich besonders an die Arbeiterinnen zu wenden, jedoch nicht die Bedeutung der Bäuerinnen zu vergessen und an die Frauen unterschiedlicher Klassen und Schichten zu denken, die Ausbeutung erleiden, denn sie alle können und müssen für den Volkskampf mobilisiert werden.

Aus dem Dargestellten geht hervor, dass der Marxismus seit seinen Anfängen die Politisierung der Frau verlangt hat und den Frauenkampf solidarisch mit dem Klassenkampf der Arbeiter begriffen hat. Daher sagte Bebel im letzten Jahrhundert, „die Frau und der Arbeiter haben gemeinsam, dass sie unterdrückt werden“, und der Sozialisten - Kongress von 1879 vertrat die Forderung nach der Gleichstellung der Geschlechter und die Notwendigkeit, für sie zu kämpfen, indem er aufs neue die Solidarität zwischen der Frauenbewegung und dem Kampf der Arbeiterklasse hervorhob. Oder wie es heute China mit größerer Genauigkeit ausdrückt, indem es die These des Vorsitzenden Mao aufgreift: „Die Emanzipation der Frauen ist Teil der Befreiung des Proletariats.“ (Peking-Nachrichten, Nr., 1-1972)

Das führt uns zu der Frage: WIE ERREICHEN WIR DIE EMANZIPATION DER FRAU?

Durch die Untersuchung der kapitalistischen Gesellschaft und der Ausbeutung und Unterdrückung im Allgemeinen bewies Engels, dass es Elend, Ungleichheit und Unterwerfung unter den Menschen gibt. Er hob das Problem der Frau hervor und erklärte: „Was die Gleichheit von Männern und Frauen angeht, ist die Sache nicht besser. ... Ihre rechtliche Ungleichheit, die wir von den vorherigen sozialen Bedingungen geerbt haben, sind nicht die Ursache, sondern die Folge der ökonomischen Unterdrückung der Frau.“ Er fährt fort: „Die Frau kann sich nicht emanzipieren, wenn sie nicht in großem Maße an der gesellschaftlichen Produktion teilnimmt und nur in einem unbedeutenden Maß weiterhin die häusliche Arbeit von ihr verlangt wird. Und dass ist erst mit der modernen Großindustrie möglich geworden, die nicht nur in großem Ausmaß die Frauenarbeit erlaubt, sondern unglücklicherweise auch verlangt.“

Diese Aussage von Engels, aus dem Zusammenhang gerissen und losgelöst von anderen aus dem genannten Werk „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“, dient einigen Pseudomarxisten und Verdrehern zur Verfälschung der Ideen von Engels, indem sie vertreten, die Eingliederung der Frau in den Produktionsprozess reiche aus, um die Emanzipation der Frau zu erreichen. Engels führt aus, dass die Eingliederung der Frau in den Produktionsprozess, die Bedingung, das heißt, die Grundlage bildet, auf der die Frau für ihre Emanzipation kämpfen kann, und die gleichzeitig erforderlich macht, gesamtgesellschaftlich die Hausarbeit abzuschaffen, die die Frauen aufsaugt und verschleißt. Das bedeutet für Engels, das Privateigentum der Produktionsmittel zu zerstören. Es ist wichtig, ein klares Verständnis der Thesen von Engels zu haben, denn - wir wiederholen -, heute wird versucht, unter Berufung auf diesen Klassiker die marxistische Position über das Frauenproblem zu verfälschen und zum Vorteil der Ausbeuterklassen schlicht und einfach die Teilnahme der Frau am Produktionsprozess zu verlangen. Damit wir die Ursache der weiblichen Unterdrückung verschleiert, nämlich das Privateigentum, und die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Großproduktion, gestützt auf die Zerstörung des Privateigentums, unterschlagen.

Wie in anderen Fällen, sahen die Klassiker diese Verdrehung voraus und analysieren das Problem, ob die Eingliederung der Frau in den Produktionsprozess, die der Kapitalismus begonnen hat, dazu in der Lage ist, Männer und Frauen wirklich gleich zu machen. Die klare und überzeugende Antwort gab einmal mehr Mao Tse-tung in der fünfziger Jahren: „DIE WAHRE GLEICHSTELLUNG VON FRAU UND MANN KANN ERST IM PROZESS DER SOZIALISTISCHEN UMWÄLZUNG DER GESELLSCHAFT ALS GANZES ERREICHT WERDEN.“

Lenin untersuchte die Situation der Frau in der bürgerlichen Demokratie und verglich sie mit der unter der Diktatur des Proletariats. Diese Analyse führte ihn zu folgender Aussage: „Seit langer Zeit, nicht erst seit Jahrzehnten, sondern seit Jahrhunderten, vertraten die Repräsentanten der Befreiungsbewegungen Westeuropas die Abschaffung dieser überholten Gesetze und forderten die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann. Doch kein europäischer Staat, noch nicht einmal die fortschrittlichsten Republiken haben es geschafft, dies zu verwirklichen, denn wo der Kapitalismus existiert, wo das Privateigentum des Bodens und das Privateigentum der Fabriken beibehalten wird, wo die Macht des Kapitals fortbesteht, genießen die Männer Privilegien.“

„Die Sowjetmacht, die Macht der Werktätigen, hat gleich in den ersten Monaten ihres Bestehens die auf die Frau bezügliche Gesetzgebung radikal geändert. Von den Gesetzen, die der Frau eine untergeordnete Stellung zuwiesen, ist in der Sowjetrepublik kein Stein auf dem anderen geblieben. Ich meine besonders die Gesetze, die speziell die schwächere Stellung der Frau ausnutzten und sie in eine rechtlich ungleiche und oft sogar erniedrigende Lage versetzten, d. h. die Gesetze über die Ehescheidung, über die unehelichen Kinder und über das Recht der Frau, gegen den Vater des Kindes Unterhaltsklage zu erheben.“ („Über die Aufgaben der proletarischen Frauenbewegung in der Sowjetrepublik“)

Aus dieser vergleichenden Analyse ziehen wir die Schlussfolgerung, dass nur die Arbeiterklasse in Allianz mit der Bauernschaft dazu in der Lage ist, die wirkliche rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen zu erfüllen. Jedoch, wie Lenin selbst ausführte, diese wirkliche rechtliche Gleichheit ist nur der Anfang eines langen Kampfes für die vollkommene, uneingeschränkte Gleichheit von Männern und Frauen: „Aber je mehr wir den Boden von dem Schutt der alten bürgerlichen Gesetze gesäubert haben, um so klarer ist es für uns geworden, dass dies nur die Ebnung des Bodens für den Bau, aber noch nicht der Bau selber ist.“

„Die Frau bleibt nach wie vor Haussklavin, trotz aller Befreiungsgesetze, denn sie wird erdrückt, erstickt, abgestumpft, erniedrigt von der Kleinarbeit der Hauswirtschaft, die sie an die Küche und an das Kinderzimmer fesselt und sie ihre Schaffenskraft durch eine geradezu barbarisch unproduktive, kleinliche, entnervende, abstumpfende, niederdrückende Arbeit vergeuden lässt. Die wahre Befreiung der Frau, der wahre Kommunismus wird erst dort und dann beginnen, wo und wann der Massenkampf (unter Führung des am Staatsruder stehenden Proletariats) gegen diese Kleinarbeit der Hauswirtschaft oder richtiger, ihre massenhafte Umgestaltung zur sozialistischen Großwirtschaft beginnt.“ („Ein große Initiative“)

So antworteten Lenin und Mao Tse-tung vorweg auf die opportunistischen Verfälschungen und Pseudo-Weiterentwicklungen des Marxismus, durch die heute die These Engels' verdreht und in der Arbeiterklasse Verwirrung über das Frauenproblem gestiftet wird.

Der Marxismus begreift den Kampf um die Emanzipation der Frau als einen langwierigen, jedoch letztendlich siegreichen Kampf: „Das ist ein langwieriger Kampf, der eine grundlegende Umgestaltung sowohl der gesellschaftlichen Praxis als auch der Anschauungen erfordert. Dennoch wird dieser Kampf mit dem vollen Sieg des Kommunismus enden.“ (Lenin, anlässlich des Internationalen Arbeiterinnentag)

Das alles zeigt im Grunde die Übereinstimmung des Kampfes der revolutionären Frauenbewegung mit dem der Arbeiterklasse für den Aufbau einer neuen Gesellschaft. Und außerdem dient es dazu, denn Sinn der Worte Lenins zu verstehen, mit denen er die Arbeiterinnen dazu aufrief, Institutionen und Mittel zu entwickeln, die die Revolution in ihre Hände legte: „Wir sagen, dass die Emanzipation der Arbeiter das Werk der Arbeiter sein muss, und, ebenso DIE EMANZIPATION DER ARBEITERINNEN DAS WERK DER ARBEITERINNEN SELBST SEIN MUSS.“ („Über die Aufgaben der proletarischen Frauenbewegung in der Sowjetrepublik“)

Das sind die zentralen Thesen des Marxismus über das Problem der Emanzipation, der Politisierung und der Stellung der Frau. Wir haben es vorgezogen, diese Positionen zum größten Teil durch Zitate der Klassiker wiederzugeben, denn zum einen sind diese Aussagen nicht genügend bekannt und zum anderen haben ihre Autoren sie klar und meisterhaft ausgedrückt, was uns von der Aufgabe befreit, sie neu zu formulieren, zumal wir meinen, dass sie volle Gültigkeit haben. Zum anderen verlangen die Verfälschungen der marxistischen Positionen über die Frauenfrage, die heute versucht werden, die Aussagen der Klassiker selbst zu verbreiten.

Abschließend ist es unumgänglich, wenn auch nur kurz, darauf hinzuweisen, dass Marx, Engels, Lenin und Mao Tse-tung von der These der Emanzipation der Frau und nicht von der Frauenbefreiung sprechen, wie aus den wiedergegebenen Zitaten zu ersehen ist. Über diesen Punkt sei gesagt, dass die Analyse der Stellung der Frau im Laufe der Geschichte uns diese als der Vormundschaft des Mannes unterstehend, dem Mann unterworfen gezeigt hat. Dadurch wird die Frau zu einem Wesen, das obwohl es zur gleichen Klasse des Ehemannes oder des Mannes gehört und mit ihr verbunden ist, sich im Vergleich zu ihm in einer untergeordneten Position befindet, eine Erniedrigung, die die Gesetze festlegen und durchsetzen. Entsprechend dieser Situation der Geringschätzung hätte die Frau im Lauf der Geschichte eigentlich ihre Forderungen aufstellen müssen, um eine formale Gleichstellung mit dem Mann unter der kapitalistischen Herrschaft zu erreichen. Jedoch erst der siegreiche revolutionäre Kampf unter Führung des Proletariats ist in der Lage, eine wirkliche rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen zu verwirklichen, obwohl, wie wir gesehen haben, die wirkliche Gleichstellung im Leben, wie Lenin sagte, sich in dem Maße herausbilden wird, wie sich die sozialistische Großwirtschaft entwickelt. Diese einfachen Beobachtungen zeigen die Richtigkeit der These von der Emanzipation der Frau als Bestandteil der Emanzipation des Proletariats. Die These der Befreiung der Frau dagegen ist historisch eine bürgerliche These, hinter der sich die Konfrontation von Männern und Frauen aufgrund des Geschlechts versteckt und die die Ursache der Unterdrückung der Frau verschleiert. Heute sehen wir, wie die These der Befreiung der Frau sich zunehmend als bürgerlicher Feminismus entlarvt, der auf die Spaltung der Volksbewegung abzielt, indem er die Masse der Frauen von ihr trennt, und dessen hauptsächlicher Beweggrund ist, die Entwicklung der Frauenbewegung unter der Führung der Arbeiterklasse zu verhindern.

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Kommunistische Partei Perus - Zentral Komitee

April 1975

Vorbereitet für den Internet durch den Verein der Neuen Demoktratie

Das komplette Dokument auf Englisch hier und auf Spanisch hier

MARXISM, MARIATEGUI AND THE WOMEN MOVEMENT

Millionen arbeitende Kinder in Peru

Die Institution der reaktionären peruanischen Regierung „Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI)“ - übersetzt Nationales Institut für Statistik und Information, die in die BRD das Statistische Bundesamt Deutschland entspricht - hat am Di. 16. Februar einen Bericht veröffentlicht, der über 2 115 400 arbeitende Kinder zwischen 6 und 17 Jahren informiert. Dies bedeutet, dass 28% aller Kinder in Peru arbeiten, die meisten in der Landwirtschaft und im Einzelhandel. Der Leiter der INEI, Renan Quispe Llanos, hat gesagt, dass die Kinderarbeit sich in den letzten Jahren in den Zonen von Amazonas, Ucayali, Madre de Dios, Junín und Huánuco stark erhöht hat, und in den ärmsten Bezirke der Hauptstadt Lima gibt es die größte Anteil von Kinderarbeit im ganzen Land wie in San Juan de Lurigancho (13.678), Ate (7.608), San Martín de Porres (6.938) y Villa El Salvador (6.051). INEI hat noch andere Daten gegeben: Die Arbeitslosigkeit ist von 8,6% und trifft mehr die Frauen als die Männer, obwohl Beide die Arbeit suchen; außerdem sind die Löhne der Frauen in der Metropolregion Lima 70,3% des Entgelts für Männer und das durchschnittliche monatliche Einkommen in der gleichen Gegend ca. 300 Dollar. Auch in Lima: Die Löhne von denen, die nur die Pflichtschule gemacht haben, ist die Drittel derjenigen, die die Universität abgeschlossen haben. Man soll bedenken, dass Lima mit Abstand die am weitesten entwickelten Teil Perus ist und die Löhne höher als in anderen Teilen des Landes sind, und man fragt sich: wie kann ein System, das die Kinderkräfte in Millionen ausnutzt und ausbeutet, zu den 21. Jahrhundert gehören?

Diejenigen, die wirklich für das Volk in Peru kämpfen, ist die Kommunistische Partei Perus mittels des Volkskriegs. Ein Kampf, der ganz auf ihre eigenen Kräfte und aus der Unterstützung der Bevölkerung herkommt, aber von den „aufgeklärte Westler“ verurteilt wird, während die heuchlerische Philanthropie gefeiert wird, wie z.B. in ein online Magazin, das am 07. Februar verbreitet hat, wie wunderbar die ausländische Hilfe für Peru ist.